FSM und RSH im Vergleich: Planung, aber mit Perspektive

sap field service management geht einen anderen Weg. Die Lösung ist cloudbasiert und auf Service- und Wartungseinsätze ausgerichtet, insbesondere dort, wo Reisezeiten, Qualifikationen und Kundenkommunikation eine große Rolle spielen.

Auf der Plantafel stehen hier nicht nur Aufträge, sondern Serviceabrufe und Aktivitäten je Techniker. Drei Planungsmuster spielen zusammen:

  1. Manuelle Planung
    Disponenten ziehen Aktivitäten per Drag-and-Drop auf Techniker und Zeitfenster. In der Tages- oder Wochenansicht entsteht so eine konkrete To-do-Liste für jeden Techniker. 
  2. Halbautomatische Planung
    Für einen einzelnen Einsatz kann das System auf Knopfdruck „geeignete Techniker“ vorschlagen – etwa nach Distanz und Qualifikation. Für eine größere Zahl von Aktivitäten können Sie diese in eine Warteschlange legen und vom System anhand definierter Regeln auf Techniker verteilen lassen. 
  3. Vollautomatische Planung
    Auftragsmengen, die sich gut standardisieren lassen, können über Nacht automatisch verteilt werden. Der Disponent prüft morgens das Ergebnis, nimmt Korrekturen vor und gibt die Einsätze frei. 

Der Unterschied zu MRS: Hinter FSM steckt ein Regelwerk, das Sie als Kunde steuern können. Sie legen fest, ob Qualifikation, Entfernung oder frühestmöglicher Start stärker gewichtet werden. Schulungen, Abwesenheiten und Arbeitszeiten fließen ebenfalls ein. Und über Business Rules können zusätzliche Auslöser oder Folgeaktionen (z. B. bei hoher Priorität) definiert werden.

Für den Field Service besonders wichtig:

  • Qualifikationen werden auf Techniker- und Einsatzseite gepflegt und aktiv geprüft. 
  • Crews und Teams lassen sich abbilden, wenn Einsätze nur in bestimmten Konstellationen sinnvoll sind. 
  • Fertigungshilfsmittel wie Hubwagen oder Spezialleitern können geplant, geprüft und reserviert werden. 
  • Reisezeiten werden berechnet und in einer Kartenansicht visualisiert; die Route des Technikers lässt sich anpassen. 

sap field service management deckt damit genau die Lücke ab, in der MRS früher häufig als Dispatcher-Tool im Service genutzt wurde – nur eben auf einer aktuellen, cloudfähigen Plattform und eng verzahnt mit S/4HANA.

 

Wann RSH, wann FSM – und warum oft beides sinnvoll ist

Aus Kundensicht ist die wichtigste Erkenntnis aus dem Webinar: Es gibt nicht den einen „MRS-Nachfolger“. Stattdessen lohnt es sich, die eigenen Einsatzszenarien sauber zu sortieren:

  • Haben Sie vor allem interne Instandhaltung, viele Anlagen, Wartungspläne und den Bedarf, Stillstände sauber zu bündeln?
    Dann ist RSH in der Regel das tragende Werkzeug. 
  • Haben Sie stark ausgeprägten Field Service, Techniker beim Kunden, relevante Reisezeiten und Qualifikationsanforderungen?
    Dann führt der Weg eher zu sap fsm
  • Haben Sie beides parallel – Werkstattinstandhaltung und Außendienst?
    Dann ist eine Kombination aus RSH und FSM oft fachlich am saubersten. 

Ein praxisnahes Zielbild sieht so aus:

  1. RSH sorgt für die Grobplanung: Welche Aufträge kommen wann, welcher Arbeitsplatz ist wie stark ausgelastet, wie sehen Kampagnen und Revisionen aus? 
  2. sap field service management übernimmt die Feinplanung auf Techniker-Ebene: Welche Person fährt zum Kunden, mit welcher Qualifikation, über welche Route und mit welchem Fertigungshilfsmittel? 

Wichtig ist: Die Entscheidung fällt nicht im Tool, sondern im Prozess. Genau dort setzt Evora an: Zuerst wird analysiert, wie MRS heute genutzt wird, welche Funktionen unverzichtbar sind und wo individuelle Erweiterungen stecken. Erst dann folgt eine Empfehlung für RSH, FSM oder eine kombinierte Lösung, inklusive der ehrlichen Einschätzung, wo Anpassungsaufwände liegen.

FAQ: MRS-Ablösung, FSM und RSH – 8 zentrale Fragen

Weil die Zeitachse klar ist. Support-Fristen für ECC und MRS laufen aus, S/4HANA-Projekte brauchen Vorlauf. Wer MRS heute aktiv nutzt, sollte frühzeitig klären, wie Kapazitätsplanung und Disposition künftig aussehen sollen – nicht erst kurz vor Stichtagen.

Für reine Instandhaltungsplanung im SAP EAM kann RSH viele klassische MRS-Szenarien abdecken: Plantafel, Kapazitätsausgleich, Anlagensicht, Anordnungsbeziehungen. Typische Field-Service-Funktionen wie Qualifikationslogik oder Kartenansicht sind dort aber nicht im Fokus.

FSM bietet andere Schwerpunkte: Serviceabrufe, Aktivitäten, automatische Disposition, Qualifikationen, Crews, Fertigungshilfsmittel, Karte und Route. Es ist kein 1:1-Klon von MRS, sondern eine moderne Service-Planungslösung. Einzelne MRS-Funktionen werden Sie dort wiederfinden, andere gibt es in anderer Form, manche fallen weg.

Ja. Viele Kunden nutzen RSH für die mittelfristige Planung der Arbeitsplätze in der Instandhaltung und setzen sap fsm für die operative Einsatzplanung im Field Service ein. Wichtig ist, Schnittstellen und Verantwortlichkeiten klar zu definieren, damit es keine Doppelpflege gibt.

Jedes MRS-System hat in der Regel Projekteigenheiten: Z-Tabellen, Zusatzlogik, kundenspezifische Cockpits. Im Rahmen der Ablöse müssen diese identifiziert werden. Dann wird entschieden, ob es eine Standardfunktion in RSH oder FSM gibt, ob eine Erweiterung nötig ist oder ob man bewusst Dinge zurückbaut.

Erfahrungsgemäß weniger aus der Technik, sondern aus der Prozessklärung: Wer plant was, mit welchem Horizont, auf welcher Ebene? Wo liegt die Verantwortung für die endgültige Technikerzuordnung? Welche Datenqualität ist im SAP EAM vorhanden, und wo muss zuerst aufgeräumt werden?

Im ersten Schritt ändert sich die Oberfläche: andere Plantafeln, andere Begriffe (Aktivitäten statt Bedarfe), andere Filtermöglichkeiten. In vielen Projekten ist die Umstellung ein guter Anlass, Rollen, Zuständigkeiten und Planungsprinzipien zu schärfen – das entlastet Disponenten langfristig, erfordert aber zu Beginn begleitendes Change Management.

Evora begleitet den gesamten Weg: Analyse der bestehenden MRS-Nutzung, Definition des Zielbilds mit RSH und/oder sap field service management, prototypische Abbildung im System, Pilotierung und Rollout. Dabei werden fachliche Anforderungen und technische Umsetzung eng verzahnt, damit die neue Lösung im Alltag funktioniert – nicht nur auf dem Papier.